Update zu Edoxaban: Darreichungsalternative bei Patienten mit Dysphagie

Viele Patienten leiden unter Schluckbeschwerden, müssen aber trotzdem regelmäßig Medikamente einnehmen. Die Filmtablette mit dem oralen Antikoagulanz Edoxaban kann jetzt auch in gemörserter Form verabreicht werden.

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Eine Schluckstörung (Dysphagie) kann zu Problemen bei der Einnahme von Tabletten und zu einer verminderten Medikamentenadhärenz führen. Aus diesem Grund bedarf es oftmals einer Modifikation der Arzneiform: Wichtige alternative Darreichungsformen zu festen oralen Formulierungen stellen gemörserte und unter die Nahrung gemischte Tabletten oder die Medikamentengabe via Sonde dar.1, 2

Drei Behandlungsregime mit Edoxaban im Vergleich

Eine offene Phase-I-Studie1 im Cross-over-Design untersuchte bei 30 gesunden Erwachsenen die Pharmakokinetik, Sicherheit und Verträglichkeit der LIXIANA®-60-mg-Filmtablette (Wirkstoff Edoxaban) in gemörserter Darreichungsform. Dabei wurden die zerkleinerten Tabletten entweder in einer wässrigen Suspension über eine nasogastrale Sonde oder gemischt in Apfelpüree oral verabreicht. Die Probanden erhielten randomisiert 60 mg Edoxaban in drei unterschiedlichen Regimen in einer von sechs Behandlungssequenzen1

  • im Ganzen oral als feste Filmtabletten,
  • gemörsert via Magensonde oder
  • gemörsert oral in Apfelpüree gemischt.

Sicher und verträglich – auch in gemörserter Form

Die Gesamtexposition von Edoxaban war in allen drei Armen vergleichbar: Die Plasmakonzentrationszeitkurve ergab für die Fläche unter der Kurve (AUC: area under the curve)

  • für die ganze Tablette 2.132 ng·h/ml,
  • für die gemörserte und via Magensonde verabreichte Tablette 2.021 ng·h/ml und
  • für die gemörserte oral mit Apfelpüree verabreichte Tablette 2.076 ng·h/ml.1, 2

Auch die maximale Plasmakonzentration, die Edoxabanexposition vom Zeitpunkt Null bis zur letzten messbaren Konzentration, die terminale Halbwertszeit sowie die Gesamt-Clearance-Werte waren ähnlich.1

Die Zeit bis zur maximalen Plasmakonzentration (tmax) lag für die gemörserte Applikation (Magensonde oder Apfelpüree) im Mittel bei 1,0 Stunden und war damit signifikant kürzer als bei der ganzen Tablette (im Mittel lag tmax hier bei 1,5 Stunden). Die Schätzung der medianen Differenz nach der Hodges-Lehmann-Methode ergab für die Magensonde: –0,75 (90-%-Konfidenzintervall [KI]: −1,25 bis −0,28; p = 0,0003) und für das Apfelpüree: –0,62 (90-%-KI: −0,99 bis −0,26; p = 0,0024).1

Die Sicherheit und Verträglichkeit von Edoxaban unterschied sich nicht zwischen den Behandlungsschemata.1 Auch die Bildung des aktiven Hauptmetaboliten von Edoxaban, M-4, war nicht von der Art der Arzneimittelverabreichung abhängig.1

Fazit

Die Ergebnisse, die nun auch Einzug in die aktualisierte Fachinformation gehalten haben, bestätigen, dass es pharmazeutisch-technisch möglich ist, die LIXIANA®-Filmtabletten zu mörsern, um sie dann zusammen mit Apfelpüree oral oder suspendiert in Wasser über eine Magensonde anzuwenden. Für Patienten mit Schluckbeschwerden sind dies zwei geeignete Alternativen gegenüber der festen Dosisformulierung von Edoxaban.2

Quellen:

  1. Duchin K, Duggal A, Atiee GJ et al. An Open-Label Crossover Study of the Pharmacokinetics of the 60-mg Edoxaban Tablet Crushed and Administered Either by a Nasogastric Tube or in Apple Puree in Healthy Adults. Clinical Pharmacokinetics 2018; 57: 221-228. https://doi.org/10.1007/s40262-017-0554-0.
  2. Daiichi Sankyo Deutschland GmbH (Januar 2021). Pressemitteilung: Aktualisierung der Fachinformation Lixiana®: Neue Daten zur Mörserbarkeit der 60 mg-Filmtablette als Darreichungsalternative bei Patienten mit Dysphagie. Online verfügbar unter: https://www.daiichi-sankyo.de/presse/presseinformationen (abgerufen am 08.02.2021).

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